Wie lange dauert ein Ordnungscoaching?
- Brigitte Palfinger
- vor 5 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen

Diese Frage bekomme ich oft gestellt und sie ist absolut berechtigt.
Es geht nicht nur darum den passenden Termin zu finden oder die Dauer abschätzen zu können.
Oft steckt etwas anderes dahinter.
Ist es der Wunsch nach Sicherheit oder die Frage, ob man das überhaupt bewältigen kann?
Genau darum geht es in diesem Beitrag.
Die eigentliche Frage lautet...
Wenn Menschen mich fragen, wie lange ein Ordnungscoaching dauert, geht es meist nur vorrangig um den Zeitfaktor.
In den Gesprächen mit meinen Kundinnen (ja, es sind 90% Frauen) geht es ganz oft um diese Dinge:
Schaffe ich das überhaupt?
Kann ich teuere Dinge oder Geschenke die mir nicht gefallen wirklich wegwerfen?
Muss ich jetzt zur Minimalistin werden?
Was mache ich mit Dingen, die ich behalten möchte?
Und was ist, wenn langfristig wieder Chaos entsteht?
Aus meiner Erfahrung sind genau diese Fragen der größte Hemmschuh.
Ja, es wird erst mal chaotischer.
Ja, es wird anstrengend und nein - Tante Gertraud bekommt nicht mit, dass du den Glasengel, den du als Kind von ihr bekommen hast, nicht mehr in der Schachtel im Schrank stehen hast.
Vielleicht geht es um die Angst die Kontrolle noch mehr zu verlieren? Da kann ich dich beruhigen.
Der erste Schritt die Kontrolle wieder zu erlangen ist getan und der Rest passiert im Lauf des Prozesses.
Schaffe ich das oder habe ich zu lange gewartet?
Wenn man in seinem Chaos steht, drängt sich vielleicht die Frage auf, wie man das ordnen soll oder ob man zu lange gewartet hat, um sich Hilfe zu holen.
Ich denke, es gibt nur den genau richtigen Zeitpunkt. Der Moment, an dem sich von tief innen etwas meldet und ganz laut ruft: "ES REICHT!"
Was allerdings stimmt: Je länger man wartet, desto größer wird der Berg und desto schwerer fällt der Einstieg. Der Berg sind nur vordergründig die Dinge - eigentlich ist es die große Menge an Entscheidungen, die plötzlich zu treffen sind.
Ordnung zu schaffen braucht Zeit, weil Entscheidungen zu treffen Zeit braucht.
Warum ist diese Frage so zentral?
Ein Ordnungscoaching oder die Begleitung beim Ordnung schaffen ist immer individuell. Wie lange es dauert hängt von mehreren Faktoren ab. Vom Raum selbst und dessen Funktion, von seiner Größe, von der Menge an Dingen, die sich darin angesammelt haben. Und ganz wesentlich von der eigenen Bereitschaft diesen Prozess zuzulassen.
Ein weiterer Punkt wird dabei oft unterschätzt: die Zielvorstellung.
Wer nicht weiß, was sich am Ende anders anfühlen soll oder wie die Ordnung sein soll verliert sich schnell im Prozess. Dann fühlt sich alles anstrengend und überwältigend an, obwohl es eine Erleichterung bringen soll.
Wann wird die Ordnung endlich spürbar?

Erste Erleichterung ensteht früher als man denkt.
Dann, wenn alle Mitbewohner plötzlich wissen, wo die Dinge hingehören und die Fragen weniger werden. Wenn generell weniger Zeit für das Suchen von Dingen anfällt und die Abläufe für dich klarer werden.
Nachhaltige Veränderung erkennst Du, wenn deine innere To-do-Liste kürzer und klarer wird. Wenn du dich in den eigenen vier Wänden entspannt zurücklehnen kannst und erkennt: Jetzt passt es für mich und unsere Familie.
Ordnung ist eh nur alles wegwerfen
Für mich ist Ordnung ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Es braucht Zeit um heruaszufinden was man möchte und wie man mit den Dingen in seiner Umgebung umgeht.
Schnell ein paar Ordnungshelfer kaufen, alles hineinwerfen, Deckel zu und und diese Boxen in Regalen zu verstauen ist nicht nachhaltig.
Ohne die Frage „Was will ich wirklich noch?“ und dann für diese Dinge einen fixen Platz zu finden, ist das Zuhause nur scheinbar geordnet.
Wer sich diese Frage erlaubt, braucht mit Sicherheit mehr Zeit für die Umstellung, gewinnt dafür aber langfristige Entlastung im Alltag.
Ordnung darf im eigenen Tempo entstehen.
Es gibt kein richtig oder falsch.
Und es gibt keinen Grund, sich für die aktuellen Umstände zu schämen.

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